18
Mai
2016

Wer gut schmiert…

Wer gut schmiert, der gut fährt…
Wer hätte es denn nicht gewusst oder geahnt, die Ware Mensch. So wurde mir zugetragen das für die erfolgreiche Vermittlung eines Heimbewohners bis zu 1000 Euro gezahlt werden können. Dieses Angebot richtet sich überwiegend an Ärzte, Betreuer und Sozialarbeiter verschiedener Einrichtungen.
Schön wäre es doch, man würde gleich im Internet ein Versteigerungsportal einrichten. Dieses könnte sich doch auch als Geschäftsidee herausstellen. Ich denke da so an eine Internetpräsents unterstützt durch Werbeanzeigen von Pflegeheimen, Sanitätshäusern und Medikamentenhändlern. Anzeigen zu den Angeboten sind natürlich kostenlos und nur unter Mitgliedern einzusehen, mit etwa drei Prozent Gebühr über Pay pal zu bezahlen. Man gibt in die Suchmaschine das gewünschte Geschlecht ein, das Alter, die Pflegestufe und die Entfernung von der PLZ. Diagnosen evtl. als Ausschlusskriterium, denn wer will schon 500 Euro Vermittlungsgebühr bezahlen für einen Krebskranken Bewohner mit nur noch zwei Wochen Lebenserwartung. Das lohnt sich doch nicht oder? Verzeiht meinen Sarkasmus.
Unvorstellbar? Im Darknet vorstellbar? Immer daran denken, Geld verändert oft den Charakter.

Tatsächlich gibt es Vermittlungsservice für Pflegeplätze. Dieses rechnet sich folgendermaßen: Für die Vermittlung eines Heimbewohners ist an die Gesellschaft eine Provision zu zahlen. Diese besteht zum Beispiel aus 15 Tagessätzen der Pflegestufe 1 (unabhängig davon welche Pflegestufe der Bewohner hat), bei Kurzzeitpflege 20% der Gesamtkosten für die Dauer des Aufenthaltes und für betreutes Wohnen eine Netto Warmmiete inkl. der Servicekosten. Die Sicherheit: Bei Auszug oder Tod innerhalb der ersten 30 Tage gibt es 50% der Kosten erstattet.

Wie nach der Aufnahme einer Dame in der Pflegestufe 2 in einem sehr ungepflegten Allgemeinzustand aus einer anderen Einrichtung. Die Söhne waren über die Pflege in den vorherigen Haus sehr unzufrieden, man konnte deren Beschreibungen kaum glauben wenn man dieses nicht schon öfter gehört hätte. Auf die Frage, warum sie sich denn diese Einrichtung ausgesucht hätten, wurde mir versichert das die zuständige SozialarbeiterIn sagte das dieses die einzige Einrichtung im Landkreis wäre die noch Betten frei hätte. Sie gab an es wäre ein wirklich gutes Haus, immerhin mit einer MDK Note 1.0.
Ehemalige Mitarbeiter dieser Einrichtung bezeugten unabhängig voneinander, dass der Besuch des MDK immer vorher bekannt war.

Klingt komisch, ist aber so.

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